Drucken

Unser Programm

1. Genuss für alle Sinne – Lyrik zum Anbeißen!

Die SWR-Fernsehmoderatorin Kerstin Bachtler und der Schauspieler Bodo Redner laden zu einem literarisch-kulinarischen Genussabend im Loblocher Hof in Gimmeldingen ein. Lassen Sie sich mit einem feinen Essen verwöhnen und hören Sie dabei Liebesgedichte!
Kerstin Bachtler und Bodo Redner haben ein prickelndes Menü erotischer Texte vorbereitet, das – passend zum Essen – in mehreren Gängen erst zart mit einem poetischen Vorspiel beginnt, sich dann zu einem wonnevollen Hauptgang steigert und schließlich in einem wohlig-entspannten Nachspiel ausklingt. Dabei tragen die beiden zwischen den Menü-Gängen Gedichte von Männern und Frauen aus verschiedenen Epochen vor, vom Barock bis zur Gegenwart, mal mit tiefem Gefühl, mal mit herzhaftem Humor, und vor allem mit großer Lust an der Literatur. Dazu zaubert Jörg Friedrich aus der Küche des Gimmeldinger Restaurants „Spinne“ ein aphrodisierendes Menü. Ein genussreicher Abend für alle Sinne!

2. Pfälzer Helden – die Pfalzrevue

von und mit Kerstin Bachtler und Bodo Redner
Regie: Bernhard Weller (Spitz & Stumpf)

So haben Sie die Pfalz noch nie erlebt! In einem Parforce-Ritt durch die Pfalz zeigen die SWR-Moderatorin Kerstin Bachtler und der Schauspieler Bodo Redner, dass die Pfalz entschieden mehr zu bieten hat als Weck, Worscht un Woi. Die Pfalz ist ein Land der Superlative: der tiefste Wald, die größten Gläser, die schwersten Politiker, um nur mal ein paar zu nennen. Und die Pfalz hat Helden hervorgebracht, die in dieser Revue endlich mal wieder ans Licht kommen! Wer weiß denn noch, dass zwei Brüder aus Maikammer das zusammenklappbare Metermaß erfunden haben? Wem ist bewusst, dass die Frau eines Neustadter Freiheitskämpfers schuld daran ist, dass die deutsche Flagge quer und nicht längs gestreift ist? Und wer hat je über das Pfälzer Ehepaar geweint, das zusammen mit der Titanic unterging? Kerstin Bachtler und Bodo Redner holen sie aus der Versenkung und schlüpfen selbst in die Rollen der Helden und Heldinnen, mal echt heroisch, mal albern, und wenn’s sein muss, rappen sie sogar. Der Regisseur Bernhard Weller vom Pfälzer Kabarett-Duo Spitz und Stumpf hat die Geschichten mit Witz, Tempo und Temperament inszeniert. Das Ergebnis ist eine Revue, die in Erstaunen versetzt, die Lachtränen in die Augen treibt  und vor allem stolz macht: Stolz darauf, dass die Pfalz so viele kleine und große Heldinnen und Helden hervorgebracht hat, die ihren Teil dazu beigetragen haben, dass die Pfalz wurde, was sie heute ist.

3. Madame ich liebe Sie – Ein Lyrett

Die Jahre kommen und gehen,
Geschlechter steigen ins Grab,
Doch nimmer vergeht die Liebe,
Die ich im Herzen hab‘.

Nur einmal noch möcht‘ ich dich sehen,
Und sinken vor dir aufs Knie,
Und sterbend zu dir sprechen:
Madame, ich liebe Sie!
                          Heinrich Heine, 1824

 

Vielleicht hätte Heinrich Heine diese Sätze zu der deutschen Dichterin Mascha Kaléko gesagt – nur kannte er sie noch nicht, denn sie lebte und schrieb erst rund 100 Jahre später, im 20. Jahrhundert. Beide Dichtergrößen stammen aus jüdischen Familien, beide sind aus Deutschland emigriert, beide wurden für ihre nüchtern-melancholische Sprache, aber auch für ihre Leidenschaft und ihren bissigen Witz berühmt. Und sie verbindet noch mehr: Kalékos Gedichte lassen in eine tiefe innere Verbundenheit mit Heine blicken, die zu dieser Lesung inspiriert hat.

Das Thema dieser szenischen Lesung ist die Liebe – ihr Erwachen, ihre Blüte und auch ihr Sterben. Die Texte beider Dichter schmiegen sich ineinander wie ein Dialog, mit Witz und Sarkasmus, aber auch mit tiefem Gefühl und Ernst.

Die Schauspieler Kerstin Bachtler und Bodo Redner schlüpfen in die Rollen der Dichterin aus dem gerade vergangenen und des Poeten aus dem 19. Jahrhundert. Sie begegnen sich wie ein Liebespaar und sie sprechen miteinander in der Sprache des Paares, in ihren Gedichten.

4. Ich an Dich – Feldpost aus dem 2. Weltkrieg

Die Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg an die Front mussten, wären gerne große Helden geworden. Einer von Ihnen, Bernhard Paul, geboren 1915, war wirklich einer – zumindest für seine Verlobte und spätere Frau Brigitte. In den Kriegsjahren 1939 bis 1944 schrieben sich die beiden viele Liebesbriefe, voller Verehrung, Sehnsucht und auch Bewunderung. Für Brigitte war Bernhard ein Held, und Bernhard hätte Brigitte gern auf Händen getragen, wenn er nicht im Krieg gewesen wäre. Das Liebespaar konnte sich nur alle paar Monate in Bernhards Front- urlaub sehen. Im Lauf der Zeit wurden die Briefe immer inniger und am 8. November 1944 heiratete das Paar in Zittau.
Die Briefe erzählen die persönliche Geschichte des Paares, das, obwohl es mitten in den Kriegsjahren lebt, relativ unberührt vom politischen Geschehen bleibt. Von Kampf und Krieg berichtet Bernhard kaum. Stattdessen fragt er nach Brigittes Wohlergehen und ist in Gedanken bei ihr. Sie dagegen erzählt unbefangen und ausführlich von ihrem Alltag, beschwert sich über die Handwerker und schwelgt in Beschreibungen vom Essen. Den Leser von heute erstaunt es, dass der Krieg die beiden offensichtlich so wenig berührt. Gerade deshalb gewinnt der Leser einen neuen und sehr emotionalen Einblick in die Lebenswirklichkeit eines Liebespaares in den Kriegsjahren, das unter der durch den Krieg verursachten Trennung litt und sich unter anderem deswegen auf die alltäglichen Pflichten konzentrierte. Es wird deutlich, dass sich die beiden damit von den Schrecken und Ängsten, die der Krieg verursachte, abzulenken versuchten.
Der Briefwechsel zwischen Bernhard Paul und Brigitte Wagner ist echt und bisher unveröffentlicht. Der Neustadter Kultur- förderer Gustav Adolf Bähr hat die Briefe von der Tochter des Paares bekommen und das Schauspieler-Duo Kerstin Bachtler und Bodo Redner gebeten, die Texte auf die Bühne zu bringen. Bachtler und Redner haben zahlreiche Briefe aus der Sammlung ausgewählt und eine bewegende szenische Lesung zusammengestellt.
Der Pfälzer Ausnahme-Cellist Burkard Maria Weber begleitet das Theaterstück auf dem E-Cello. Er hat sich von den Emotionen des Paares und den politischen Zeitumständen inspirieren lassen und dazu eigene Stücke komponiert, mit denen er die Nähe und Ferne der Liebenden auf musikalische Weise interpretiert.
In einer Zeit, in der Heldenverehrung politisch verordnet und missbraucht wurde, zeigen die zarten und gerade deshalb so beeindruckenden Briefe des Liebespaares Bernhard Paul und Brigitte Wagner, wie es sich anfühlt, wenn die Verehrung echt und authentisch ist, wenn der Geliebte zum Helden und die Geliebte zur Göttin wird.